Begriff aus der Individualpsychologie, in der das Gemeinschaftsgefühl als Motiv gilt, welches dem Machtstreben entgegenwirkt und die Gruppenbindungen aufrechterhält. Wenn man A. Adler, dem Begründer der Individualpsychologie, oft unterstellt, er habe das Machtstreben als wichtigsten Trieb angesehen, so beruht das auf einem Irrtum. Tatsächlich sah Adler im Gemeinschaftsgefühl, das heißt (biologisch durchaus richtig) in der Grup-penbezogenheit des Menschen, den Ur-Antrieb. Es ist für ein gruppenlebendes Tier durchaus sinnvoll, vor allem in der Kindheit, alle übrigen Bedürfnisse zurückzustellen, um den Anschluß an die Gruppe wiederzufinden.
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