auf G. Kelley zurückgehende Modellvorstellung, nach der eine Person ihre Wahrnehmungen in einer Art kognitiver Schemata (personale Konstrukte) strukturiert. Personale Konstrukte sind bipolare Bedeutungsdimensionen (z.B.: gutböse, mitteilsamverschlossen), zahlenmäßig begrenzt und hierarchisch strukturiert, und werden von einer Person zur Klassifikation und zum Verständnis von Ereignissen benutzt. Der Mensch versucht über personale Konstrukte stabile Vorhersagen über seine Umwelt zu treffen und betätigt sich in diesem Sinne als naiver Wissenschaftler. Konstrukte müssen immer wieder auf ihre Effizienz überprüft und, falls nötig, revidiert werden: In der Konstruktion bzw. Rekonstruktion ist der Mensch frei. Er determiniert sich selbst nur durch die Grenzen seiner Konstrukte. Je breiter die Konstruktsysteme angelegt sind, desto mehr Bewegungsfreiheit empfindet die Person. Psychische Störungen können nach dieser Modellvorstellung als zu "enge" Konstrukte interpretiert werden.
Literatur
Epting, F. R. & Boger, P. A. (1983). Personal-Construct-Therapie. In R. J. Corsini (Hrsg.), Handbuch der Psychotherapie. Weinheim: Beltz.
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