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Psychologielexikon

Überarbeitete Ausgabe

Psychologielexikon

Metzger

Autor
Autor:
Manuela Bartheim-Rixen

Wolfgang, 1899–1979, deutscher Psychologe. Studium der Germanistik, Geschichte und Psychologie. 1926 Promotion bei Wolfgang Köhler in Berlin, 1926–1927 Studium an der University of Iowa. 1927–1931 Assistent am Psychologischen Institut der Universität Berlin, 1931 Assistent am Psychologischen Institut der Universität Frankfurt am Main. 1932 dort Habilitation (bei Max Wertheimer) und Privatdozentur für Psychologie. 1937–1938 Vertretung des Lehrstuhls für Psychologie in Halle. 1939–1942 außerplanmäßiger Professor für Psychologie in Frankfurt am Main. 1942–1967 Professor für Psychologie und Direktor des Psychologischen Instituts der Universität Münster. Metzger kam durch Vorlesungen von Wolfgang Köhler und Max Wertheimer zur Psychologie und blieb in fünf Jahrzehnten Forschungstätigkeit überzeugter Vertreter der Berliner Schule der Gestaltpsychologie. Die Gestaltpsychologie Metzgers ist nicht nur eine Theorie der Wahrnehmung (Gesetze des Sehens, 1936) – hier sind in erster Linie seine Untersuchungen zur monokularen Wahrnehmung (Metzger hatte im 1. Weltkrieg ein Auge verloren) zu nennen –, sondern erhebt den Anspruch, auch Phänomene der Persönlichkeit und sozialer Zusammenhänge zu erfassen (Psychologie. Entwicklung ihrer Grundannahmen seit der Einführung des Experiments, 1941). In seiner Psychologie der Erziehung (1971) bemühte sich Metzger um die Nutzbarmachung der Gestaltpsychologie für pädagogische Fragestellungen.

Nachdem die meisten Gestaltpsychologen von den Nationalsozialisten in die Emigration getrieben worden waren, trug Metzger zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung dieser Theorietradition in Europa bei. In den letzten Lebensjahren widmete Metzger sich insbesondere dem Werk Alfred Adlers: Er war Vorsitzender der Alfred-Adler-Gesellschaft und gab die Werke Adlers neu heraus.

Literatur

Metzger, W. (1972). Wolfgang Metzger. In L. Pongratz, W. Traxel & E. G. Wehner (Hrsg.), Psychologie in Selbstdarstellungen. Bern: Hans Huber.


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