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Orale Phase

 
     
 
Erste Phase der Libido-Entwicklung (kindliche Sexualität), in der das Erleben des Kindes von den Empfindungen des Mundes (der Lippen und der Mundhöhle) bestimmt ist. Sie umfaßt ungefähr das erste Lebensjahr, wobei manchmal eine frühere oral-aufnehmende (oral-rezeptive) und eine spätere oral-angreifende (oral-aggressive oder «kannibalische») Periode unterschieden werden. In der frühen oralen Phase ist das Kind noch nicht fähig, ganze Personen wahrzunehmen; es reagiert auf Teilobjekte (Objekt), zum Beispiel die Mutterbrust. In dieser Zeit kann die früheste Bezugsperson noch ohne auffällige Folgen ausgetauscht werden. In der späten oralen Phase, etwa vom sechsten Monat bis zum Ende des ersten Jahres, wird eine Mutterbindung zu der Pflegeperson aufgebaut, die sich dem Kind besonders zuwendet. Das Kind ist in der oralen Phase völlig von der Primärgruppe abhängig, die ihm ein angemessenes Gleichgewicht von Reizzufuhr und Reizschutz vermitteln ¦ muß. Störungen während dieser Zeit, die zu Fixierung und späteren Regressionen führen, sind nach den Vorstellungen der Psychoanalyse Mitursachen für Schizophrenie und Depressionen. Weniger schwerwiegende Folgen sind übermäßiges Essen und Trinken, Rauchen, Persönlichkeitsveränderungen, bei denen der Wunsch nach Versorgtwerden, Bewundertwerden und Zuwendung mit großer Empfindlichkeit und einer Neigung zum Poltern oder Betteln (um Aufmerksamkeit zu erhalten) zusammentrifft oder durch Reaktionsbildungen (betonter Leistungsehrgeiz) abgewehrt wird.
 
     
 
 
     
 
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